top of page

BIO

„Heeee he, já chegou Djovana…“ – Wer die Hip-Hop-Szene von Beira in Mosambik seit den späten 1990er-Jahren kennt, erkennt diese legendäre Zeile sofort. Mit diesem Song gelang der Gruppe Djovana der Durchbruch – und eine Stimme stach dabei besonders hervor: Big Baby, heute bekannt als Nilsa Mosele.

Geboren und aufgewachsen in Beira als eines von acht Kindern, entdeckte Nilsa schon früh ihre Leidenschaft für Musik und Tanz. Gemeinsam mit ihren Geschwistern baute sie Musikinstrumente aus einfachen Materialien und trat bei lokalen Veranstaltungen auf. Mit 14 Jahren gewann sie ihren ersten Musikwettbewerb – ein Schlüsselmoment, der ihren Wunsch bestärkte, die Bühne zu ihrem Lebensweg zu machen. Mit 16 wurde sie Mitglied von Djovana, einem Projekt, das in Zusammenarbeit mit Schweizer Kulturpartnern entstand. Es folgten internationale Tourneen durch die Schweiz, Deutschland und Südafrika.

Seit über 25 Jahren lebt Nilsa in der Schweiz und hat sich als vielseitige Singer-Songwriterin etabliert. Nach ihrem Jazzstudium in Bern startete sie ihre Solokarriere und veröffentlichte bislang vier Alben: Mamã (2005), Aphale (2010), Eu Sou de Cor (2012) und Salada Moçambicana (2018).

Mit ihren neuen Singles „Sofala“ und „Emilia“ erzählt sie sehr persönliche Geschichten:

„Im Song Sofala suche ich nach meinen musikalischen Wurzeln. Der Song erinnert an meine Kindheit bei meiner Grossmutter auf dem Land in Mosambik – ohne Fernsehen, ohne Telefon, geprägt von Gemeinschaft, Tanz und Musik.“ erzählt Nilsa. „Im Zentrum steht dabei der Tanz Utsi, ein traditioneller Tanz begleitet von Trommlern.“

 

Und zum Song Emilia meint sie:„Emilia entstand aus einer Begegnung mit meiner Nichte. Auf mein Kompliment, wie schön sie geworden sei, antwortete sie selbstbewusst: „Ich weiss.“ Der Song ist eine liebevolle Aufforderung an junge Frauen, nicht nur auf ihre Schönheit zu setzen, sondern ihren eigenen Weg zu gehen, Bildung zu suchen und unabhängig zu werden.“

Gemeinsam mit ihrer Band steht sie regelmäßig auf renommierten Bühnen in ganz Europa. Mit ihrer mitreißenden Bühnenpräsenz, ihrer warmen Stimme und ihrer authentischen Ausstrahlung verwandelt sie jedes Konzert in ein kraftvolles kulturelles Erlebnis, das Menschen über Sprach- und Ländergrenzen hinweg verbindet.

​​Von Rap und HipHop zu Gesang und Afro-Rhythmen 

 

2005 präsentierte Nilsa ihr erstes Soloalbum «Mamã». Noch ganz dem Rap und HipHop verpflichtet, begann sie mit ihrem Partner Rolf Mosele schon damals afrikanische Sounds und Grooves in ihre Musik einfliessen zu lassen. Mit ihrer Band spielte sie in der Folge viele Konzerte in namhaften Clubs wie Moods Zürich, Progr Bern, Mühle Hunziken, an Openairs wie in Montreux oder auch in Berlin. 

 

Mit den darauffolgenden CD Produktionen «Aphale» (2010) und «Eu sou de Cor» (2012) wurde aus der Rapperin mehr und mehr eine Sängerin und Songschreiberin. Nilsa nahm Gesangsunterricht, besuchte die Jazzschule Bern und lernte Gitarre und Perkussionsinstrumente spielen. Sie ist heute eine komplette Künstlerin mit einem breiten Repertoire an Eigenkompositionen, die von gefühlvollen Balladen bis zu unterhaltsamen Tanznummern reichen.

Ihr Album Salada Moçambicana (2018) ist eine lebendige musikalische Reise durch die vielfältigen Rhythmen Mosambiks – von Utsi und Mandoa aus dem Zentrum des Landes über Marrabenta und Ngalanga aus dem Süden bis hin zu Tufo-geprägten Klängen aus dem Norden. In ihren Liedern, die sie auf Portugiesisch, Sena, Englisch und Spanisch singt, verbindet Nilsa Tradition und Moderne und setzt sich zugleich mit Themen wie Jugendarbeitslosigkeit, gesellschaftlichem Wandel und kultureller Identität auseinander.

 

Nilsa hat sich mit ihrer eigenwilligen, energievollen Art einen Namen in der hiesigen Musikszene gemacht. Sie begeistert das Publikum und bringt auch die müdesten Knochen zum Tanzen. Und auch andere Musiker mag sie zu überzeugen: Steff La Cheffe, Greis, Dabu Fantastic, Famara, Chica Torpedo, Freda Goodlett (Funky Brotherhood ), JJ’s Hausband oder Grand Mother’s Funck, aber auch internationalen Stars wie Dobet Gnahoré, Georg Grunz, Eric Wainaina oder Akil The MC (Jurassic 5) waren schon musikalische Partner bei Liveshows oder Studioproduktionen. 

 

Mit Djovana bis nach Europa

 

Angefangen hat alles mit HipHop und der Formation Djovana, mit welcher sie ihre ersten Erfolge feierte. «Eigentlich wollte ich nur eine Kassette mit meiner Stimme», lacht Nilsa heute, wenn sie sich an die Anfänge ihrer musikalischen Karriere zurückerinnert. Doch der bescheidene Wunsch der damaligen Teenagerin entwickelte sich zu einer musikalischen Erfolgsgeschichte, welche die Mosambikanerin nach Südafrika, Europa und schliesslich in die Schweiz führte. 

 

Der Beginn dieser erstaunlichen Geschichte datiert im Jahr 1995: Damals wanderten zwei junge Schweizer Musiker in die Hafenstadt Beira in Mosambik aus und riefen dort ein Musikprojekt für Jugendliche ins Leben. In Workshops und Musikstunden lernten die beiden Berner bald vier Rapperinnen und Rapper kennen, die sie mit ihren Raps und Grooves begeisterten. Nilsa war eine der vier Entdeckungen. «Ich habe zuhause viel gesungen und nahm mit 11 Jahren erstmals auch an einer Playback-Show teil und gewann den Wettbewerb», berichtet sie.

 

Per Zufall kam sie dann mit den Schweizer Musikern in Kontakt. Ihr Cousin kannte die beiden und machte sie auf das Projekt aufmerksam. Und hier kam der Kassetten-Wunsch ins Spiel. «Das Projekt interessierte mich eigentlich gar nicht, ich wollte nur eine Aufnahme mit einem Stück von mir», beteuert sie. Doch es wurde mehr daraus: Nilsa wurde Bandmitglied von «Djovana».

 

1997 erstmals in der Schweiz

 

Djovana wurde zu einem erfolgreichen Projekt: Nicht nur in der eigenen Heimat trat die Band auf, auch Auslandtourneen folgten. Auftritte führten nach Südafrika und nach Europa. Im Winter 1997 standen Djovana erstmals in der Schweiz auf der Bühne. Mit von der Partie war auch eine Handvoll Schweizer Musiker, welche zuvor einen Monat lang in Mosambik mit den Jugendlichen geübt hatte. Weitere Schweizer Tourneen folgten: 1998 beispielsweise sang die Gruppe vor 25'000 Menschen am Open Air St. Gallen. 

 

2001 packte sie ihre Koffer, um endgültig nach Europa zu ziehen. Zu den Schweizer Musikern, welche mit Djovana spielten, gehörte auch der Gitarrist Rolf Mosele. Zwischen den beiden knisterte es bald einmal und so war es die Liebe, welche Nilsa in die in die Schweiz führte. Heute sind die beiden verheiratet und haben zwei Kinder.

bottom of page